Grüner Zipfelfalter

Callophrys rubi

Dieser vergleichsweise kleine Tagfalter, dessen Flügelspannweite maximal 25 Millimeter erreicht, ist gar nicht so leicht zu entdecken. Wenn sich die trockenheitsliebende Art im Sonnenschein wärmt und dabei die Flügel ausbreitet, nimmt das menschliche Auge nur bei genauem Hinschauen die bräunliche Flügelfärbung wahr. Diese geöffnete Stellung kommt ziemlich selten vor, denn der Tagfalter ruht bevorzugt mit geschlossenen Flügeln und genau das macht ihn unübersehbar. Seine Flügelunterseiten sind auffällig gefärbt. Sie schimmern gelb-grün und heben sich deutlich von der sonst so eintönigen Felsumgebung ab. Sitzt der Falter auf Blättern, verschmelzen die Farbtöne von Insekt und Vegetation miteinander und er wird unsichtbar.

Der Grüne Zipfelfalter (Grönsnabbvinge) ist im hohen Norden die erste Tagfalterart, die nach ihrer Überwinterung aus den Kokons schlüpft und je nach Witterung ab März fliegt. Da sich der Winter im Lappland oft bis in den Mai hineinzieht, kann der Tagfalter erst dann beobachtet werden. Trotz ihres Auftretens im Frühjahr hat sich die Art nicht zum Frühlingssymbol durchgesetzt, was wohl daran liegt, dass sie kaum bemerkt wird. Daher fristet der Schmetterling ebenso wie das Alpen-Täschelkraut ein Dasein im Verborgenen.

Abhängig vom Verbreitungsgebiet entwickelt der Falter eine mehr oder weniger deutlich gestrichelte Linie in weißer Färbung, die sich unterseits über Vorder- und Hinterflügel zieht. Diese Linie gilt als wichtiges Unterscheidungsmerkmal zu ähnlichen Arten. Aber bei manchen Exemplaren, die in Nordschweden vorkommen, ist die Linie nur noch zu erahnen. Sie kann auch komplett fehlen, was die Identifikation allerdings nicht erschwert. Der Grüne Zipfelfalter ist die einzige Tagfalterart im Norden, deren Flügel unterseits grün gefärbt sind. Ebenfalls bemerkenswert ist die Reproduktion der Schmetterlinge. Während die Art im Südschweden mehrere Generationen pro Jahr entwickelt, fliegt während des Sommers bei uns im Norden nur eine Generation.

Die Insekten bevorzugen offene, trockene und sonnige Lebensräume. Sie sind auf Waldlichtungen und an Waldrändern zu finden. Blaubeere, Preiselbeere, Echte Beerentraube und Rauschbeere gehören zu den wichtigsten Nahrungspflanzen der Raupen. Das Weibchen legt ein Ei auf jeweils eine Blüte der Wirtspflanze.

Callophrys rubi | © Christine Riel

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