Brännberget Naturreservat – ein Paradies für Orchideenliebhaber

Auf dieser etwa vier Kilometer langen Wanderung durch das Brännberget Naturreservat nordöstlich von Boliden wartet eine Artenvielfalt, die für Nordschweden ungewöhnlich ist. Was die Sümpfe im Naturreservat so wertvoll macht, ist der mineralhaltige Untergrund. Kalziumreiches Grundgestein ist in Västerbotten selten, weswegen der Großteil der Moore sauer und arm an Mineralien ist. Selbst in ganz Schweden ist dieser Biotoptyp selten. Mineralreiche Sümpfe machen etwa zwei bis drei Prozent aller Moor- und Sumpflebensräume Schwedens aus.

Die Geister der Vergangenheit

Ein dicht bewachsener Pfad weist uns den Weg hinein in das Naturreservat. Es ist ein uralter Waldweg, der noch deutlich die Vertiefungen von Wagenrädern zeigt. Doch die Natur holt ihn sich langsam aber sicher zurück. Wir müssen uns durch unzählige Weidensträucher kämpfen, zwischen denen das Mädesüß dichte Bestände entwickelt hat. Zwischen den dichten Horsten blitzen zierliche Blüten hervor, die nur durch ihre violette Farbgebung ins Auge stechen. Es ist das Wunderveilchen. Der Weg zeugt von der Nutzung des Gebiets. Holzstümpfe unterschiedlichen Alters sind die Überreste dieser Zeit. Doch im Naturreservat gibt es wilde Bereiche, in denen 120 Jahre alte Nadelbäume wachsen.

Artenreiche Sümpfe

Das untere Gebiet wird geprägt von einer dichten Waldvegetation, die reiche Sümpfe umschließt. In der Krautschicht haben sich Arten ausgedehnt, die es kühl und feucht mögen. Während der Sommermonate blüht hier das Ährige Christophskraut. Der Seidelbast, dessen Blütezeit Ende Mai schon zu Ende geht, hat hier einen Lebensraum gefunden. In den feuchten und moosbewachsenen Senken zeigen sich die purpur gefleckten Blätter der Knabenkräuter, deren Blütezeit im frühen Sommer beginnt.

Feuchte Hänge

An den Hängen wird der Boden nährstoffreicher. Überall quillt Grundwasser an die Erdoberfläche, welches die wertvollen Mineralien aus dem Grundgestein schwemmt. Maiglöckchen durchstoßen mit ihren eingerollten Blättern den Boden und sichern sich den Sieg im Kampf um die größtmögliche Lichtausbeute. Dazwischen entfalten sich allmählich die gefiederten Blätter des Eichenfarns und die wunderschöne Norne, deren Blüte zwischen Ende Mai und Anfang Juni beobachtet werden kann. Nicht zu übersehen sind die auffallend geaderten Blätter des Gelben Frauenschuhs. Die Blütezeit dieser Orchidee erreicht Mitte bis Ende Juni ihren Höhepunkt.

Trockene Nadelwälder

Je höher wir kommen, desto offener wird der Wald. Der obere Bereich wurde in den letzten Jahrzehnten mit konventionellen Methoden holzwirtschaftlich genutzt. Noch heute ist in diesem Areal eine extensive Waldnutzung erlaubt. Die Vegetation wird von Kiefern dominiert. Vereinzelt treten knorrige Weiden und Traubenkirschen auf. In der Krautschicht wachsen Preisel- und Heidelbeerbestände, die durch dichte Flechtenpolster unterbrochen werden.

Weiterführende Informationen:

Managementplan der Länsstyrelsen Västerbotten (schwedisch)

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