Abisko Nationalpark: Wandern am Rihtonjira

Der Rihtonjira ist ein Gebirgsfluss, der sich auf dem Nuolja entwickelt und seinen Weg über massives Geröll bis ins Tal sucht. Direkt nach der Schneeschmelze stürzen sich riesige Wassermassen ins Tal. Während der Sommermonate kann der Fluss fast trocken liegen. Die Pflanzenwelt an den Ufersäumen ist äußerst vielfältig und lädt zum Entdecken und Staunen ein.

Wegbeschreibung

Der Pfad beginnt kurz hinter einer Brücke über den Abiskojokk. Holzbohlen führen tief in den Birkenwald hinein. Schon nach wenigen Metern kreuzt der Rihtonjira den Weg. In diesem Bereich spaltet sich der Fluss in unzählige Ströme auf, die sich weiter unten mit dem Abiskojokk vereinen. Hölzerne Brückenkonstruktionen sorgen dafür, dass die Überquerung keine nassen Füße verursacht. Allerdings können die Frühjahrswassermassen den Steg teilweise überschwemmen, sodass wasserdichtes Schuhwerk empfehlenswert ist.

Nach weiteren Metern durch den Birkenwald zeigt sich eine beschilderte Weggabelung. Der Rihtonjira-Pfad führt langsam aber stetig den Berg hinauf und entwickelt sich mit zunehmender Höhe immer steiler. Je lichter der Wald wird, desto häufiger eröffnen sich atemberaubende Panoramaausblicke über Abisko und den Nationalpark. Auf dem Weg gibt es viele Plätze, die zum Verweilen, Erkunden und Genießen einladen. Der Fluss liefert glasklares Gebirgswasser, das jederzeit für eine erfrischende Abkühlung sorgt und trinkbar ist.

Kurz unter dem Wasserfall schlängelt sich der Pfad durch das Flussbett. Auch hier entscheiden die Jahreszeiten über trockene oder nasse Füße. Holzbohlen, gibt es nicht. Nach dem steilen Anstieg folgt nun der entspannte Teil. Auf der anderen Seite des Flusses führt der Trampelpfad knapp über der Baumgrenze bis zur Seilbahn. Hier teilen sich die Wege auf. Einige Spuren führen hinab zur unteren Seilbahnstation, während ein weiterer Pfad hinauf zur Sky Station führt, um von dort aus die letzten Höhenmeter bis zum Gipfel zu überwinden.

Pflanzen des Tieflands und alpine Flora

Die Krautschicht des Birkenwaldes wird geprägt von einer bunten Pflanzenwelt, die nicht nur typisch für den hohen Norden ist. Hier wachsen viele bekannte Arten wie Trollblume, Bach-Nelkenwurz oder Weidenröschen. Mit etwas Glück geben sich seltenere Arten zu Erkennen. Kleines Zweiblatt und Grüne Hohlzunge sind so gut getarnt, dass sie mit ihrer ästhetischen aber unscheinbar gefärbten Blütenpracht kaum aus dem dichten Unterwuchs hervorstechen.

Mit zunehmender Höhe verändert sich das Bild allmählich. Die Birken werden immer kleiner, bis sie schließlich nur noch als Sträucher in Erscheinung treten. Zwischen den Felsblöcken, die den Rihtonjira säumen, wachsen die ersten alpinen Arten. Die Weiße Silberwurz wechselt sich ab mit Gämsheide oder Stängellosem Leimkraut. Der Aufstieg zum Gipfel lohnt sich nicht nur wegen der Ausblicke, sondern auch aufgrund einiger seltener Arten. Ab Juni erstrahlen die weißen Blüten des Gletscher-Hahnenfußes auf Böden, die bis zuletzt von Schnee bedeckt waren. Solche Standorte bevorzugt auch der Schneehahnenfuß. Etwas später macht der Schnee-Enzian mit tiefblauen Kronblättern auf sich aufmerksam und ein Grund, warum sich im Sommer der ein oder andere Botaniker auf dem Boden herum wälzt, ist die Weiße Höswurz.

Spechte, Singvögel und Greifvögel

Wer sich für die Vogelwelt interessiert, der wird bei dieser Tour nicht enttäuscht. In den morschen Stämmen der Moorbirken brüten im Frühling Dreizehenspechte, die durch ihre gelbe Haube unverkennbar sind. Im Birkenwald verstecken sich Polarbirkenzeisige und Blaukehlchen. Raufußbussard, Gerfalke und Steinfalke können bei ihren Jagdflügen hoch oben in den Lüften beobachtet werden. Auf dem Gipfel stapfen Goldregenpfeifer und Mornellregenpfeifer über die Fjällheiden.

Junger Dreizehenspecht | © Christine Riel

Wandern und mitmachen!

Am Climate Impacts Research Centre (CIRC) läuft ein Citizen Science Projekt, an dem sich Wanderer und Naturbegeisterte beteiligen können. Fotografiert Pflanzen, die euch auf dem Rundweg begegnen und ladet eure Fotos in der iNaturalist-App hoch. Eine exakte Pflanzenidentifikation ist nicht notwendig. Weitere Informationen über das Projekt findet ihr auf der Webseite:

Fingerprints of change: Abisko plants and phenology

Alle wichtigen Fakten findet ihr in unseren Broschüren, die ihr frisch gedruckt und kostenlos im Naturum Abisko bekommt. Darin findet ihr Tipps zum Fotografieren und eine Übersicht über leicht erkennbare Pflanzenarten in ihren Lebensräumen. Die Broschüren gibt’s natürlich auch als PDF zum Download: :

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

search previous next tag category expand menu location phone mail time cart zoom edit close